Grünes Fenster
Spielkarte
in spe: künftig
Handlung
Kartenwerk
Schiffsboden
Stück
Nachlass
Teil des Baums
1A
2S
3T
Vorgangsmappe
4A
5K
6T
7E
Wellnessbad
8S
P
A
Lebewesen
9T
I
E
R
Satz, Garnitur
10S
E
T
Körper
Stängel
11L
E
I
B
Salzwasser
Musikbühnenwerk
Grosser Raum
blass
12H
A
L
L
E
Polstermöbel
13S
14O
15F
A
S
hat gern
Vorfahre
weder warm noch kalt
Schmuckstein
16O
P
A
L
Zeitpunkt
17M
18A
19L
Tonerde
20L
E
H
M
Ausruf des Verstehens
21A
H
A
Laubbaum
22E
R
L
E
Steppentier
23G
N
U
Rätsel 7 von 20 · 9×9 Felder · 28 Wörter
Alle Hinweise auf einen Blick
Im Schwedenrätsel stehen die Hinweise in den Zellen. Hier noch einmal als Liste — zum Nachschlagen und für alle, die den kleinen Satz in den Kästchen schlecht lesen. Beim Tippen im Gitter ist der gerade bearbeitete Hinweis hervorgehoben.
Zu 28 von 28 Wörtern steht hier mehr. Sobald ein Wort richtig im Gitter steht, klappt seine Erklärung in der Liste auf — und der Knopf Tipp gibt zum gerade gewählten Wort einen zweiten, leichteren Hinweis. Wer nur rätseln will, merkt von beidem nichts.
In der Nummern-Ansicht steht hier der ganze Rätseltext: die Zahl sagt, wo das Wort beginnt, waag. und senkr. sagen, wohin es läuft. Beim Tippen im Gitter ist der gerade bearbeitete Hinweis hervorgehoben.
- 1 waag. Teil des BaumsAST — Botanisch trennt man ihn vom Zweig: Der Ast trägt Last und geht direkt vom Stamm aus, der Zweig sitzt an ihm. Im Holz bleibt er als Astloch sichtbar, dort wo der Stamm ihn überwachsen hat. Solche Stellen sind härter und harzreicher als das Umfeld — und brechen beim Hobeln gern aus.
- 1 senkr. SpielkarteASS — Der lateinische as war die römische Grundmünze und zugleich das Zahlwort „eins“. Über das französische Kartenspiel wurde daraus die Karte mit einem einzigen Auge. Dass sie heute die höchste ist, ist jung: In vielen alten Spielen zählte sie am wenigsten — eins ist nun einmal die kleinste Zahl.
- 2 senkr. in spe: künftigSPE — Ablativ von spes, „Hoffnung“. „In spe“ heisst wörtlich „in der Hoffnung“ und bezeichnet jemanden, der etwas noch werden soll — der Schwiegersohn in spe.
- 3 senkr. HandlungTAT — Das Wort ist die Substantivierung von „tun“, gebildet wie Saat zu säen oder Naht zu nähen. 1756 setzte der Theologe Johann Joachim Spalding daraus „Tatsache“ zusammen, als Übersetzung des englischen matter of fact. Die Neuschöpfung hat sich so gründlich eingebürgert, dass man ihr das Alter nicht mehr ansieht.
- 4 waag. VorgangsmappeAKTE — Lateinisch acta ist die Mehrzahl von actum, „das Verhandelte“; so hiessen auch die täglichen Bekanntmachungen Roms, die acta diurna. Im Deutschen wurde aus der Mehrzahl eine Einzahl, zu der man dann eine neue Mehrzahl bildete. Dasselbe geschah dem Keks, der aus dem englischen cakes kam.
- 4 senkr. KartenwerkATLAS — Gerhard Mercator gab 1595 als Erster einem Kartenwerk diesen Titel. Gemeint war nicht der Titan, der den Himmel trägt, sondern der sagenhafte König von Mauretanien, der als Erfinder der Himmelskugel galt. Denselben Namen trägt der oberste Halswirbel: Er trägt den Kopf, wie sein Namensgeber das Firmament.
- 5 senkr. SchiffsbodenKIEL — Der Längsträger, auf dem ein Schiffsrumpf aufgebaut wird; „auf Kiel legen“ heisst deshalb den Bau beginnen. Der Federkiel trägt seinen Namen nach derselben Form.
- 6 senkr. StückTEIL — Das Wort führt zwei Geschlechter mit zwei Bedeutungen: der Teil ist ein Abschnitt eines Ganzen, das Teil ein einzelnes Stück, das man in die Hand nimmt. Es steckt in einer ganzen Familie — Anteil, Vorteil, Nachteil, Urteil. Das Urteil war ursprünglich das, was „ur-“, also von Anfang an, zugeteilt wurde.
- 7 senkr. NachlassERBE — Das Wort trägt zwei Bedeutungen in einer Form: das Erbe ist die Sache, der Erbe der Mensch. Die Wurzel ist düsterer als der heutige Klang — sie bedeutete „verwaist“ und steckt auch in lateinisch orbus und griechisch orphanós. Wer erbte, war zuerst einmal jemand, dem jemand fehlte.
- 8 waag. WellnessbadSPA — Der belgische Ort war seit dem 14. Jahrhundert für seine eisenhaltigen Quellen bekannt, und im 17. Jahrhundert wurde sein Name im Englischen zum Sammelbegriff für jedes Heilbad. Solche Übergänge vom Eigennamen zur Sache sind häufig: Kaschmir nach der Landschaft, Jeans nach Genua, Marathon nach dem Dorf.
- 9 waag. LebewesenTIER — Althochdeutsch tior meinte das wilde Tier im Gegensatz zum Vieh. Englisch deer ist dasselbe Wort — dort hat es sich auf den Hirsch verengt, während es im Deutschen alles Lebendige aufnahm, das nicht Pflanze ist. Eine Verengung und eine Erweiterung, aus derselben Wurzel und in tausend Jahren.
- 10 waag. Satz, GarniturSET — Im Deutschen meint es eine Garnitur, im Englischen beinahe alles: Das Oxford English Dictionary führte für dieses dreibuchstabige Wort über 400 Bedeutungen — den längsten Eintrag des ganzen Wörterbuchs, bis ihn 2011 „run“ ablöste. Kürze und Bedeutungsfülle hängen zusammen: Je häufiger ein Wort, desto mehr trägt es.
- 11 waag. KörperLEIB — Althochdeutsch līb bedeutete „Leben“, nicht „Körper“; englisch life ist dasselbe Wort. Die alte Bedeutung hat sich in Redewendungen gehalten: „beileibe nicht“ heisst eigentlich „nicht ums Leben“, und eine Leibrente läuft, solange der Empfänger lebt. Erst spät wanderte das Wort vom Leben auf das, worin es steckt.
- 12 waag. Grosser RaumHALLE — Hier fallen zwei Wörter zusammen. Der grosse Raum gehört zu einer Wurzel für „bergen, bedecken“ — dieselbe wie in Hülle und hehlen. Die Ortsnamen dagegen, Hallstatt, Hallein, Bad Reichenhall, gelten als benannt nach einem alten Wort für Salz. Gleiche Schreibung, getrennte Herkunft, und nur der Zufall führt sie zusammen.
- 12 senkr. StängelHALME — Der Halm der Gräser ist hohl und in regelmässigen Abständen durch Knoten ausgesteift. Das ist dieselbe Bauweise, aus der Ingenieure Rohre statt Stäbe machen: Bei gleichem Materialeinsatz ist ein Hohlprofil weit biegesteifer, weil das Material aussen liegt, wo die Kräfte angreifen. Zwei Millimeter tragen so eine ganze Ähre.
- 13 waag. PolstermöbelSOFAS — Arabisch suffa bezeichnete eine erhöhte Bank aus Stein oder Lehm an der Hauswand, mit Teppichen belegt. Über das Türkische und Französische kam das Wort im 17. Jahrhundert nach Europa und traf hier auf ein neues Möbel. Verwandt im Werdegang ist der Diwan: erst eine Amtsstube, dann das Polster an ihrer Wand.
- 13 senkr. SalzwasserSOLE — Bevor Salz billig zu fördern war, kostete das Eindampfen am meisten. Gradierwerke lösten das ohne Feuer: Man liess die Sole über Wände aus Schwarzdornreisig rieseln, Wind und Sonne nahmen Wasser mit, und der Salzgehalt stieg von wenigen auf über zwanzig Prozent. Viele stehen noch — heute als Inhalatorien.
- 14 senkr. MusikbühnenwerkOPER — Italienisch opera heisst „Werk“, ursprünglich die Mehrzahl von opus; die volle Bezeichnung lautete opera in musica. Die Gattung entstand um 1600 in Florenz aus dem Versuch, die antike Tragödie wiederzubeleben — man glaubte, die Griechen hätten ihre Dramen gesungen. Das erste öffentliche Haus dieser Art eröffnete 1637 in Venedig.
- 15 senkr. blassFAHL — Fahl und falb sind dasselbe Wort, im Mittelhochdeutschen noch eine einzige Form, die sich in zwei Schreibungen und zwei Nuancen gespalten hat: falb meint das gelbliche Pferd, fahl das blasse Licht. Verwandt ist englisch fallow — der Damhirsch heisst dort fallow deer, nach genau dieser Farbe.
- 16 waag. SchmucksteinOPAL — Mineralogisch ist er ein Sonderfall: kein Kristall, sondern erstarrtes Kieselgel mit bis zu zwanzig Prozent Wasser. Sein Farbenspiel ist gar keine Farbe, sondern Beugung — winzige Kieselkugeln liegen so regelmässig, dass sie Licht zerlegen wie ein Gitter. Sichtbar wurde das erst 1964 unter dem Elektronenmikroskop.
- 17 waag. ZeitpunktMAL — Ursprünglich „Zeichen, Fleck“ — daher „Muttermal“ und „Denkmal“. Erst später die Bedeutung „Zeitpunkt“, über die Vorstellung eines Punktes auf der Zeitachse.
- 17 senkr. hat gernMAG — „Er mag“ hat kein -t, und das ist keine Schlamperei, sondern Alter: mögen gehört zu den Präteritopräsentien — Verben, deren heutige Gegenwartsform einmal eine Vergangenheitsform war. Dieselbe kleine Gruppe umfasst kann, darf, soll, will, muss und weiss. Nur sie brechen die Regel, und alle brechen sie gleich.
- 18 senkr. VorfahreAHN — Althochdeutsch ano hiess schlicht „Grossvater“. Erst später rückte das Wort weiter zurück und meint heute jeden Vorfahren. Die weibliche Form Ahne ist gleich alt; „Urahn“ verdoppelt die Ferne noch einmal, denn die Vorsilbe ur- bedeutet ursprünglich „aus, heraus“ — dasselbe ur- wie in Ursprung.
- 19 senkr. weder warm noch kaltLAU — Die Offenbarung macht das Wort zum Urteil: Wer weder heiss noch kalt ist, werde ausgespien (3,16). Seither ist es im übertragenen Sinn fast immer Tadel — laue Zustimmung, lauer Applaus. Das geläufige „lauwarm“ ist dabei doppelt gemoppelt, denn beide Hälften sagen dasselbe.
- 20 waag. TonerdeLEHM — Lehm und Leim sind dasselbe Wort. Beide gehen auf eine Wurzel für „klebrig, schleimig“ zurück, die auch in lateinisch limus, Schlamm, steckt. Fachlich ist Lehm keine reine Tonerde, sondern eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton — erst dieses Verhältnis macht ihn baufähig, ohne dass er beim Trocknen reisst.
- 21 waag. Ausruf des VerstehensAHA — Der „Aha-Effekt“ wurde 1908 vom Psychologen Karl Bühler beschrieben: der Moment, in dem ein Zusammenhang plötzlich einleuchtet. Genau das, was ein Rätsel auslösen soll.
- 22 waag. LaubbaumERLE — An der Luft ist ihr Holz weich und wenig haltbar, unter Wasser dagegen nahezu unverwüstlich: Die Pfähle, auf denen Venedig steht, sind zu einem grossen Teil aus diesem Holz. Frisch geschnitten läuft es binnen Minuten orangerot an — eine Reaktion seiner Inhaltsstoffe mit dem Sauerstoff der Luft.
- 23 waag. SteppentierGNU — Das Wort stammt aus dem Khoikhoi und gibt den Ruf des Tieres wieder — eines der wenigen deutschen Wörter aus einer südafrikanischen Sprache. In der Serengeti ziehen jedes Jahr weit über eine Million dieser Tiere im Kreis den Regenfällen nach; es ist die grösste Wanderung von Landtieren auf der Erde.